Eine Stunde entscheidet über den Pflegegrad. Bist du vorbereitet?

Der Gutachter vom MD kommt einmal. In 60 Minuten muss er einschätzen, was du seit Wochen jeden Tag leistest. Ohne Dokumentation verlässt du dich auf dein Gedächtnis. Und genau da liegt das Problem.

Wochenübersicht als Vorbereitung für die MD-Begutachtung

So läuft die Begutachtung ab

Wenn du einen Pflegegrad beantragst oder eine Höherstufung möchtest, schickt die Pflegekasse einen Gutachter vom MD (Medizinischer Dienst, früher MDK).

  • Termin: Du bekommst einen Brief mit dem Datum. Der Gutachter kommt zu euch nach Hause.
  • Beobachtung: Er beobachtet die Pflegesituation und stellt Fragen, an dich und an die gepflegte Person.
  • Bewertung: Er bewertet den Pflegebedarf anhand von 6 Modulen (Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Selbstversorgung, krankheitsbedingte Anforderungen, Alltagsleben).
  • Empfehlung: Auf Basis der Bewertung empfiehlt er einen Pflegegrad. Die Pflegekasse entscheidet dann.

Das Ganze dauert etwa eine Stunde. Eine Stunde für das, was du rund um die Uhr machst.

Vier Gründe, warum der Pflegegrad zu niedrig ausfällt

Es passiert häufiger, als man denkt. Die Gründe sind fast immer dieselben:

  • Dein Angehöriger gibt sein Bestes: Viele Pflegebedürftige strengen sich beim Besuch des Gutachters besonders an. Sie wollen nicht hilflos wirken. Der Gutachter sieht einen „guten Tag", nicht den Alltag.
  • Du spielst den Aufwand herunter: „Das gehört halt dazu." „Das ist nicht so schlimm." Aus Bescheidenheit oder Gewohnheit beschreibst du einen Bruchteil dessen, was du wirklich tust.
  • Nachtpflege fällt unter den Tisch: Um 3 Uhr nachts aufstehen, beruhigen, umlagern: das fällt bei einer Begutachtung am Nachmittag nicht auf. Und du vergisst es zu erwähnen, weil du es im Halbschlaf machst.
  • Keine Dokumentation: Ohne Aufzeichnungen hängt alles an deinem Gedächtnis. In einer stressigen Situation vergisst du genau die Details, die den Pflegegrad bestimmen.

Ein Pflegetagebuch löst alle vier Probleme: Es dokumentiert den Alltag objektiv und vollständig. Auch die schlechten Tage, auch die Nächte.

Dein Fahrplan für die Begutachtung

4 Wochen vorher: Dokumentation starten
Je mehr Tage im Bericht stehen, desto überzeugender. 2 Wochen sind das Minimum, 4 Wochen ideal. Jeden Tag 30 Sekunden reinsprechen reicht.
Täglich: Pflegeaufwand und Stimmung erfassen
Der Pflegeaufwand-Indikator in MeinPflegetagebuch erfasst den täglichen Bedarf in 5 Stufen. Zusammen mit der Stimmung entsteht ein Bild, das der Gutachter sofort versteht.
Konkret dokumentieren
Nicht „beim Waschen geholfen", sondern „Oberkörper gewaschen, Anziehen komplett übernommen, 15 Minuten". Je konkreter, desto besser. Die Spracheingabe macht das einfach.
Nächte nicht vergessen
„2x wach, Beruhigung, 45 Minuten": das steht nirgends, wenn du es nicht aufschreibst. Nachtpflege zählt bei der Einstufung besonders.
Am Tag der Begutachtung: Bericht ausdrucken
Erstelle ein PDF, drucke es aus und lege es dem Gutachter zu Beginn in die Hand. Das sagt: „Hier ist, was ich jeden Tag leiste." Schwarz auf weiß.

Die 6 Module: Was der Gutachter bewertet

Dokumentiere zu jedem dieser Bereiche, was im Alltag anfällt. MeinPflegetagebuch lehnt sich an diese Module an, damit du automatisch das Richtige dokumentierst.

Modul 1

Mobilität

Aufstehen, Gehen, Treppensteigen, Umsetzen. Wobei hilfst du, wie oft am Tag?

Modul 2

Kognitive Fähigkeiten

Orientierung, Vergesslichkeit, Entscheidungsfähigkeit. Notiere konkrete Situationen.

Modul 3

Verhaltensweisen

Unruhe, Ängste, Aggressionen, Weglauftendenz. Wie oft, wie lange, was hilft?

Modul 4

Selbstversorgung

Waschen, Anziehen, Essen, Trinken, Toilettengang. Der Bereich, den Angehörige am meisten unterschätzen.

Modul 5

Krankheitsbedingte Anforderungen

Medikamente, Verbandswechsel, Arztbesuche, Blutzuckermessung.

Modul 6

Alltagsleben gestalten

Tagesablauf planen, Kontakte pflegen, Beschäftigung. Braucht dein Angehöriger Anleitung oder Begleitung?

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Häufige Fragen

Wie lange dauert die Begutachtung?

Etwa eine Stunde. Der Gutachter beobachtet, stellt Fragen und bewertet. Danach ist er weg, und du lebst mit dem Ergebnis.

Kann ich Widerspruch einlegen?

Ja, innerhalb von vier Wochen nach dem Bescheid. Ein Pflegetagebuch ist dabei deine stärkste Waffe: Es belegt, was du täglich leistest. Und was der Gutachter in einer Stunde nicht sehen konnte.

Soll ich den Bericht ausdrucken?

Unbedingt. Drucke das PDF vor dem Termin aus und gib es dem Gutachter direkt. Das zeigt: Du hast dich vorbereitet, du nimmst das ernst, und hier stehen die Fakten.

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