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Schmerztagebuch für Angehörige: Schmerzen festhalten, auch wenn sie es selbst nicht sagen kann

„Seit wann tut das weh?" – beim Arzt fällt die Antwort oft dünn aus. Schmerz kommt und geht, und bis zum Termin ist das meiste vergessen. Ein Schmerztagebuch hält jedes Ereignis fest: wann, wo, wie stark, wodurch. In der App dauert das keine halbe Minute.

Schmerzereignis in der App erfassen: Zeitpunkt, Intensität 6 von 10, Körperstelle Rücken und Hüfte, Schmerzart stechend

Warum ein Schmerztagebuch beim Arzt so viel bewirkt

Ein Arzttermin ist eine Momentaufnahme. Genau in dieser Viertelstunde tut vielleicht gerade nichts weh – oder deine Mutter sagt „Geht schon", weil sie niemandem zur Last fallen will. Was der Arzt eigentlich wissen muss, liegt in den Tagen davor:

  • Wann tritt der Schmerz auf? Morgens nach dem Aufstehen, nachts, immer nach dem Essen – die Tageszeit verrät oft mehr als die Stärke.
  • Was löst ihn aus? Bewegung, Berührung bei der Körperpflege, der Toilettengang. Ein wiederkehrender Auslöser ist ein konkreter Hinweis für die Behandlung.
  • Wird es besser oder schlechter? Ob ein neues Schmerzmittel wirkt, lässt sich nur am Verlauf ablesen, nicht am Gefühl.

Dazu kommt: Häufige Schmerzen sind Teil des Pflegealltags, den die Pflegekasse bewerten will. Wie du den Pflegeaufwand insgesamt dokumentierst, liest du im eigenen Ratgeber.

Was in jeden Eintrag gehört

Ein brauchbares Schmerzprotokoll beantwortet sechs Fragen. Die App fragt sie für dich ab – meist reicht Antippen:

Wann

Datum und Uhrzeit

Die Uhrzeit ist bei Schmerz eine Kerninformation. Sie wird automatisch gesetzt und lässt sich nachträglich ändern.

0–10

Stärke

Ein Wert auf der Zahlenskala, von „kein Schmerz" bis „stark". Genau ein Wert je Ereignis, damit der Verlauf vergleichbar bleibt.

Wo

Körperstelle

Kopf, Rücken, Hüfte, Knie und weitere – auch mehrere zugleich.

Art

Wie es sich anfühlt

Stechend, ziehend, drückend, brennend, pochend, krampfartig oder dumpf.

Auslöser

Was vorher war

Bewegung, Aufstehen, Berührung, Essen, Toilettengang – oder bewusst „kein erkennbarer Auslöser".

Dauer

Wie lange es anhielt

Von unter 5 Minuten bis über 2 Stunden. Weißt du es noch nicht, trägst du die Dauer später nach.

So sieht ein Schmerztagebuch in der App aus

Zwei Beispiele, wie die Einträge im PDF-Bericht und in der Wochenzusammenfassung erscheinen:

Dienstag, 07:40 · 6/10 · Rücken, Hüfte · stechend
Auslöser: Aufstehen · Dauer: 15–30 min
Notiz: Konnte erst nach zwei Anläufen aufstehen, hat sich am Bettrand festgehalten.

Ein einzelnes Schmerzereignis, so wie es im PDF-Bericht für den Arzt steht.

Wochenzusammenfassung · Schmerz
9 Ereignisse · Intensität: von 2 bis 7
Häufigste Lokalisation: Rücken (6×)
Häufigster Auslöser: Aufstehen (5×)

Die Auswertung einer Woche: Hier fällt sofort auf, dass der Schmerz fast immer beim Aufstehen kommt.

Diese Muster siehst du auf einem Zettel erst, wenn du ihn abends mühsam durchzählst. In der App stehen sie am Ende der Woche fertig da.

Wenn sie es nicht mehr sagen kann

Bei fortgeschrittener Demenz oder nach einem Schlaganfall fällt die Frage „Wie stark ist der Schmerz?" ins Leere. Schmerz zeigt sich dann im Verhalten. Pflegekräfte nutzen dafür Beobachtungsskalen wie die BESD (Beurteilung von Schmerzen bei Demenz). Sie achtet auf fünf Merkmale:

  • Atmung: angestrengt, schnell, stoßweise
  • Lautäußerungen: Stöhnen, Jammern, Rufen
  • Gesichtsausdruck: Grimassieren, Stirnrunzeln, traurig
  • Körpersprache: angespannt, Fäuste ballen, Abwehr bei Berührung
  • Trost: lässt sich kaum beruhigen oder ablenken

Du musst die Skala nicht ausfüllen. Aber diese fünf Punkte helfen beim Hinschauen. In der App trägst du dann deine Einschätzung als Stärke ein und schreibst in die Notiz, was du beobachtet hast: „Hat beim Waschen das Gesicht verzogen und meinen Arm weggeschoben." Für den Arzt ist das wertvoller als jede Zahl.

Was bei Demenz sonst noch ins Pflegetagebuch gehört, steht unter Pflegetagebuch bei Demenz.

Schmerztagebuch-Vorlage oder App?

Ein Schmerzprotokoll auf Papier funktioniert – solange es griffbereit liegt, wenn der Schmerz kommt. Der Unterschied liegt in der Auswertung:

Vorlage auf PapierApp
Eintrag anlegenSpalten von Hand ausfüllenAntippen, Uhrzeit kommt automatisch
Dauer später ergänzenNur wenn Platz ist✓ Dauer nachtragen
Häufigster Auslöser✗ Selbst durchzählen✓ In der Wochenzusammenfassung
Verlauf über Wochen✗ Blätter vergleichen✓ Trend zum Vorzeitraum
Beim ArztterminNur wenn du daran denkst✓ Auf dem Handy, als PDF teilbar
DSGVO-konform
Made in Germany
Kostenlos nutzbar
Ohne Werbung

Häufige Fragen

Kann ich ein Schmerztagebuch für einen Angehörigen führen?

Ja. Du notierst, was du siehst und was sie dir sagt: wann, wo, wie stark, wodurch und wie lange. Kann sie die Stärke nicht selbst angeben, trägst du deine Einschätzung ein und beschreibst in der Notiz, woran du sie festmachst.

Was bedeutet die Schmerzskala von 0 bis 10?

0 heißt kein Schmerz, 10 der stärkste vorstellbare. Entscheidend ist weniger die einzelne Zahl als der Verlauf über Tage und Wochen – etwa nach einer Medikamentenumstellung.

Ist das Schmerztagebuch in der App kostenlos?

Ja. Erfassen, der Verlauf der letzten 30 Tage, die Wochenzusammenfassung und der PDF-Bericht der letzten 7 Tage sind kostenlos. Mit Premium lädst du ältere Einträge nach und exportierst beliebige Zeiträume. Alle Funktionen im Überblick: Funktionen.

Morgen beim Arzt alles parat haben

Lade die App herunter und mach deinen ersten Eintrag. Du gehst nie wieder ohne Überblick in ein Gespräch.

3,9 von 5 · App Store
4,7 von 5 · Google Play

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